Wohlfühlfaktor Raumluft – (3/3)

In der Artikelserie „Wohlfühlfaktor Raumluft“ haben Sie bisher erfahren, weshalb die Feuchtigkeit der Raumluft oft zu niedrig ist und welche Auswirkungen dies auf die Menschen im Büro haben kann. Im dritten Teil unserer Serie erhalten Sie praktische Handlungsempfehlungen, die für frischen Wind am Schreibtisch sorgen.

Tipp 1:
Richtig lüften

Besonders in den Wintermonaten sollten Fenster nur kurz aber dafür weit geöffnet werden, um ein Entweichen der Luftfeuchtigkeit wegen des höheren Wärmedruckes zu vermeiden. Mehr über diesen Effekt können Sie im zweiten Teil unserer Artikelserie „Wohlfühlfaktor Raumluft“ nachlesen.

Tipp 2:
Richtig heizen

Kühle Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft. Wenn die Temperatur der Raumluft bei gleichbleibender absoluter Luftfeuchte steigt, sinkt die relative Luftfeuchte und die Luft wird „trocken“. Halten Sie die Raumtemperatur bei 20 – 22 Grad Celsius.

Tipp 3:
Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr

Trinken Sie mindestens 2 Liter täglich um den Selbstreinigungsprozess Ihrer Schleimhäute zu unterstützen. Ein weiterer Effekt ist eine verbesserte Konzentration und Leistungsfähigkeit.

Tipp 4:
Messen Sie regelmäßig

Eine Messung der Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer hilft Ihnen bei der Ermittlung des momentanen Zustandes und ermöglicht die Messung ihres Erfolges im Kampf gegen das schlechte Raumklima. Die empfohlene Raumluftfeuchte für Wohn- und Arbeitsräumen liegt bei einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius zwischen 40 und 60 Prozent.

Tipp 5:
Befeuchten Sie die Luft

Eine gute Sofortmaßnahme zu Verbesserung sind Pflanzen. Sie sind ein attraktiver Blickfang, absorbieren Geräusche und binden den Staub in der Luft.
Jedoch sind Pflanzen durch ihren erhöhten Pflege- und Platzbedarf oft nicht ausreichend, um das ganze Jahr hindurch für gute Luftverhältnisse zu sorgen. Außerdem kann die Abgabe der Feuchtigkeit an die Luft nicht gesteuert werden. Die Ergänzung der Pflanzen durch technische Lösungen bietet hier einen Ausweg, da sie zum einen für ein attraktives Arbeitsumfeld sorgen und zum anderen das Raumklima selbst aktiv beeinflussen können.

Indirekte Luftbefeuchtung

Viele Klimaanlagen bieten die Möglichkeit, neben der Temperatur und der Frischluftzufuhr auch die Luftfeuchte zu regulieren. Die Feuchtigkeit wird dabei indirekt über die Belüftung in das Büro gebracht. Diese Lösung wird häufig in neuen Bürogebäuden eingesetzt, da ein nachträglicher Einbau oft mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Außerdem kann die Befeuchtung über Klimaanlagen bei mangelhafter Wartung zu ernsthaften Hygieneproblemen führen. Eine Alternative dazu ist die Direkt-Raumbefeuchtung.

Direkte Befeuchtung der Raumluft

Die direkte Befeuchtung der Raumluft eignet sich besonders zur Nachrüstung, da die Geräte direkt im Büroraum installiert werden und daher keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden müssen. Speziell für Büroräume gibt es sehr leise Nano-Düsen Befeuchter, die ausschließlich mit speziell aufbereitetem, keimfreiem Wasser betrieben werden und flexibel im Raum positioniert werden können.

Tipp 6:
Zertifizierung durch Berufsgenossenschaften

Beim Kauf von Luftbefeuchtungssystemen sollten Sie auf das Zertifikat „Optimierte Luftbefeuchtung“ achten. Die Produkte mit diesem Zertifikat können hygienisch und sicher betrieben werden.

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Checkliste:

check-mark Insbesondere im Winter kann die relative Luftfeuchte auf Werte unter 30% fallen.

check-markZu trockene Luft kann die Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigen.

check-markBei 20 Grad Celsius Raumtemperatur wird eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent empfohlen.

check-markDie Direkte Raumluftbefeuchtung ist eine geeignete Alternative zu Befeuchtung der Raumluft über eine Klimaanlage.

check-markDas BG Zertzifikat „Optimierte Luftbefeuchtung“ ist Maßstab für den hygienischen und sicheren Betrieb von Luftbefeuchtungssystemen

Quellen:
Lowen, Mubareka, Steel, Palese (2007): Influenza virus transmission is dependent on
relative humidity and temperature. PLoS Pathogens 10/07

HVBG/BGIA (2005): Innenraumarbeitsplätze – Vorgehensempfehlung für die Ermittlungen
zum Arbeitsumfeld, S. 118

BVA Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (2007): Das Trockene Auge – eine
ernstzunehmende Krankheit
HVBG/BGIA (2005): Innenraumarbeitsplätze – Vorgehensempfehlung für die Ermittlungen
zum Arbeitsumfeld, S. 118
Präventionskampagne Haut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV (2008)

Deutsches Netzwerk Büro e. V. – Ratgeber Büro, Ausgabe 01

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